Äh, Mh,...: Fülllaute schaden bei Reden und Präsentationen

Fülllaute, Füllphrasen, Diskurspartikel, Verzögerungslaut, Pausenlaute, Pausenfüller, Verlegenheitslaute, Denkgeräusche
Denkgeräusche bereichern keine Rede

Äh, Mh, im Grunde, wie auch immer, …

 

Manche Menschen erzeugen während ihrer Präsentationen oder in Gesprächen eigenartige Geräusche beim Denken. Es sind allerdings nicht die in Zeichentrickfilmen vorkommenden Geräusche von quietschenden Zahnrädern, sondern ständige „Ähs“, „Mhs“ sowie penetrant verwendete Floskeln wie „im Grunde“ oder „wie auch immer“, „nichtsdestotrotz“, „eh“. Sie haben diese magische Macht, in kürzester Zeit alle Aufmerksamkeit vom Thema weg und hin auf die Fehler des Redners zu lenken. Bei solchen Denkgeräuschen und Verlegenheitslauten achtet leider kaum ein Zuhörer auf noch so interessanten Inhalt. Schade!

Ich glaube nicht, dass ein paar solcher Laute eine gute Rede stören oder gar zerstören könnten. Aber wenn sie zu oft vorkommen, beginnen sie schnell zu stören. Die Menge macht das Gift.

Ein „Äh“, vermittelt mitunter Informationen über den Gedankenfluss des Redners, die er seine Publikum mitteilen will. Außerdem kann der Füllaut einen Hinweis auf den Wert einer Aussage enthalten. Werden Füllsel, wie ein vermeintlich harmloses „Äh“, vor eine Antwort gesetzt, vermuten die Zuhörer, dass die Antwort zwar plausibel ist, aber mit Unsicherheiten verbunden ist. Der Botschaft wird so Wirkung genommen.

Es wäre viel besser, wenn solche Redner zwischen den Wörtern oder Satzteilen eine angemessene Pause machen würden. Dann ist auch mehr dafür, sich auf den nächsten Satz zu konzentrieren.

 

Typische Füllsel:

  • Äh
  • Ehm
  • ja
  • also
  • ganz
  • wirklich
  • Im Endeffekt
  • irgendwie
  • an und für sich
  • echt
  • genau
  • sehr
  • wirklich
  • prinzipiell
  • eigentlich

 

 

 

Synonyme

 

Synonyme für solche Füllsel, die zur Überbrückung von Worten oder Sprecheinheiten verwendet werden, sind Fülllaute, Füllphrasen, Diskurspartikel, Verzögerungslaut, Pausenlaute, Pausenfüller, Verlegenheitslaute, Denkgeräusche.

 

 

 

Schlecht für den Ruf

 

Neben der Irritation des Publikums, schaden Füllaute auch dem Ruf. Menschen, die häufig Gebrauch von „Äh“ und Co machen, gelten als weniger intelligent. Wer wie Edmund Stoiber und Boris Becker zu häufig vor Öffentlichkeit mit Füllseln auffällt,  wird früher oder später dafür parodiert.

 

 

 

Mehr

 

Weiter geht es im Artikel Machen Sie Geräusche beim Denken?